01.12.2018 bis 17.02.2019

Sonderausstellung

Stereophotographische Reise durch Europa um 1900.

Einblicke in die Sammlung des Pößnecker Industriellensohn Hermann Wohlfahrt (1901 – 1988).

 

Den Pößnecker Industriellensohn Hermann Wohlfahrt (1901 – 1988), der sein ganzes Leben in seiner Heimatstadt verbrachte und als Heilpraktiker tätige war, reizte es ebenfalls, sich die Ferne im Wohnzimmer anzuschauen. Er trug eine Sammlung von über 1000 Abzügen zusammen, die Motive aus Deutschland, Tschechien, Österreich, Italien, Monaco, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Schottland, Schweden, Dänemark und Norwegen umfasst. Akribisch nummerierte und bezeichnete er alle Pappen auf der Rückseite und hinterließ eine vielfältige Dokumentation der Stereo-Verlage aus aller Welt.

 

Tessenow-Architektur in Pößneck

18.05.2019 bis 10.11.2019

Sonderausstellung

„Handwerk und Kleinstadt“
Architektur der Moderne in Pößneck 1920 bis 1923. Die Siedlungen von Heinrich Tessenow.

18.05.2019, ab 15 Uhr (Samstag)
Eröffnung im Museum642: freier Eintritt in die Sonderausstellung mit Kuratorenführung durch Dr. Carsten Liesenberg

 

In der Stadt Pößneck befindet sich der wohl weltweit umfangreichste erhaltene Bestand an Bauten nach Entwürfen von Heinrich Tessenow. Dieser zählt zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Reformarchitektur. Die Pößnecker Bauten aus den Jahren 1920 bis 1923 gelten als frühes und umfassendes Beispiel des kommunalen Wohnungs- und Städtebaus.
Die Sonderausstellung im Museum642-Pößnecker Stadtgeschichte widmet sich Leben und Werk Heinrich Tessenows und geht der Frage nach, welcher gesellschaftspolitische Hintergrund und welche kommunale sowie wirtschaftliche Konstellation dazu führten, die reformarchitektonischen Ansätze Tessenows in der Stadt Pößneck in der noch heute eindrucksvoll erlebbaren Breite zu realisieren.

Die Sonderausstellung ist eine Kooperation des Museum642 mit der Heinrich-Tessenow-Gesellschaft Deutschland e.V., der Heinrich-Tessenow-Stiftung, dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie und der Grundstücks- und Wohnungsgesellschaft Pößneck/Triptis mbH.

 

Schauwohnung Tessenow – Wohnen im Stil der Reformarchitektur
GWG-Gebäude Neustädter Straße 101

In der Projektlaufzeit 18.5. bis 10.11.19 besteht jeweils samstags und sonntags die einmalige Möglichkeit, die „Schauwohnung Tessenow“ zu besichtigen. Sie befindet sich in einem der 74 erhaltenen Gebäude nach Entwürfen Heinrich Tessenows.
Bei intensiven denkmalpflegerischen Bestandsaufnahmen traten hier 2017 einmalige Befunde u.a. zu floral bemalten und schablonierten Wandfassungen zu Tage. Originalgetreu wieder hergestellt, gibt die Wohnung einen lebendigen Eindruck der reformarchitektonischen Wohnideen Tessenows. Nach Ende des Projekts steht sie als Mietwohnung der Grundstücks- und Wohnungsgesellschaft Pößneck/Triptis mbH für Interessenten zur Verfügung.

Öffnungszeiten: 18. Mai bis 10. November 2019, geöffnet jeweils Sa und So 13 – 16 Uhr Preis: Kombiticket (Schauwohnung und Museum642-Pößnecker Stadtgeschichte mit Sonderausstellung zu Tessenow): Erwachsene 7 €, Schüler/Studierende 5 €, Kinder bis 6 Jahre frei. Familienkarte 16 €.
Erwachsene in Gruppen ab 10 Personen: 6 €, Schüler/Studierende in Gruppen ab 10 Personen: 4 €

 

 Rahmenveranstaltungen:

Thematische Stadtführung „Architekt Heinrich Tessenow und dessen Bauten in Pößneck“
Die Stadtführung führt zu ausgewählten der 74 Gebäude in vier Tessenow-Siedlungen.
Preis pro Führung: 60 oder 90 Minuten: 40 €, 1 – max. 25 Teilnehmer pro Gruppe, Anmeldefrist: 1 Woche vorher

 

26.05.2019, 13.30 Uhr, Sonntagsspaziergang „Tessenow-Rundgang in Pößneck“
Preis pro Person: 2,50 €

 

Digitale Themenroute „Architektur der Moderne – Heinrich Tessenow in Pößneck“
Der ab 2019 zum Bauhaus-Jubiläumsjahr verfügbare digitale Themenrundgang stellt die Bauten vor, gibt Hintergrundinformation zu Leben und Werk Tessenows und lädt mit digital verfügbarer Karte zum individuellen Erkunden der Pößnecker Tessenow-Siedlungen ein.
Preis: kostenfrei

 

Der Maler und Grafiker Willy Müller-Gera

30.11.2019 bis 19.04.2020

Sonderausstellung

Der Maler und Grafiker Willy Müller-Gera (1887-1981).
Zwischen Landschaftsmalerei, Comiczeichnungen und Werbegrafik.

30.11.2019, 17 Uhr (Samstag), Eröffnungsveranstaltung im Museum642 mit musikalischer Umrahmung: Eintritt frei mit musikalischer Umrahmung

Willy Müller-Gera hat in seiner beruflichen Laufbahn als Grafiker in der Werbung und privat als Maler und Zeichner ein umfangreiches und vielschichtiges Werk hinterlassen. In der geplanten Ausstellung soll seine Pößnecker Zeit mit seinen Tätigkeiten als Werbegrafiker (1920er bis 1930er Jahre) im Fokus stehen. Dies soll nicht ohne Blick auf den Kontext der Blütezeit der Industrialisierung in Pößneck und der sich rasant entwickelnden Werbeaktivitäten der hiesigen Firmen, die am Weltmarkt tätig waren, geschehen. Zunächst arbeitete er als angestellter Leiter des grafischen Ateliers für den Vogel-Verlag in Pößneck und legte die Basis für die grafisch und künstlerisch anspruchsvollen Titelblätter der sehr erfolgreichen Offertenblätter und Fachzeitschriften aus dem Verlagsprogramm. Mit seiner selbstständigen Niederlassung im eigenen Grafik-Atelier in Pößneck schuf er auch für andere Firmen, wie die Pößnecker Rosenbrauerei, ganz charakteristische Werbegrafiken. Zudem zeigt die Ausstellung einen Überblick an über seine beruflichen Arbeiten hinaus entstandenen Gemälde, Zeichnungen, Lithografien, aber auch zwei Unikate von unveröffentlichten Comics aus dem Nachlass Willy Müller-Geras, der in großem Umfang exklusiv für diese Ausstellung von den Erben zur Verfügung gestellt wird. Hier ergibt sich die große Chance, einen für die Region wichtigen Grafiker und vielseitigen Künstler mit einem breiten Querschnitt seines Œuvres zu zeigen und zu würdigen und durch den begleitenden Katalog nachhaltig zu präsentieren.

Willy Müller-Gera (bürgerlich Wilhelm Paul Müller; * 17. September 1887 in Gera; † 28. Dezember 1981 in Rödental) besuchte das Realgymnasium in Gera und die Kunstschule in Weimar. Von seinem Vater, einem bekannten Lithograph in Gera, erhielt er seine erste handwerkliche Ausbildung.

Porträt Willy Müller-Gera, Foto Klaus W. Müller.

1907 ging er nach München, um in den Malklassen von Franz von Stuck und Peter Halm zu studieren. Nach Studienabschluss arbeitete er ab 1913 bis 1915 als graphischer Gestalter in einer Lübecker Großdruckerei und anschließend in der väterlichen lithographischen Anstalt in Gera bis er als Soldat in den I. WK eingezogen wurde. Für die Leipziger Illustrierte Zeitung wurde er zum zeichnenden Kriegsberichterstatter.
Nach dem Krieg arbeitete er vier Jahre als Graphiker bei den Hansa-Werkstätten in Hamburg, bis er 1923 zum Leiter des graphischen Ateliers des Vogel-Verlages in Pößneck wurde. Ab 1933 bis er in den Soldatendienst im II. WK eingezogen wurde, etablierte er in Pößneck sein selbstständiges Grafik-Atelier und übernahm verschiedenen Auftragsarbeiten vornehmlich in der Werbegrafik.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit entstanden Zeichnungen, Radierungen und Aquarelle und zahlreiche Illustrationen zu Büchern, Spielen und Zeitschriften. Nach 1945 ließ er sich in Coburg als freischaffender Illustrator nieder. Es entstanden u. a. Wandgemälde an öffentlichen Gebäuden, Werbeprospekte für Industriefirmen und Gebrauchsgraphiken für Holz und Porzellan.

 

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