Entstehen des Museum642

Fünf vor Zwölf

Drei windschiefe, halbverfallene, vom Hausschwamm befallene Häuser – so stellte sich das Ensemble Klosterplatz 2-4-6 im Herbst 2007 dar. Gleichwohl bergen diese Häuser im Thüringer Maßstab bauhistorisch Bedeutendes. Lässt sich das retten? – Das war der Ausgangspunkt.

Glückliche Lage und mutiger Rat

Das Gebäudeensemble liegt mitten in der Stadt, in Sichtachse zum Marktplatz. Die drei Häuser sind für das städtebauliche Gesicht des Quartiers am Klosterplatz eigentlich unverzichtbar. Baulich-restauratorisch ist heutzutage fast alles möglich – wenn es gelingt, die Finanzierung zu sichern. Und: Wenn hier beträchtlich Geld aufgewendet werden soll für das Retten eines bauhistorischen Kleinods mit sehr spezifischer Raum- und Gebäudestruktur – was ist die dazu passende Nutzung? Wohnen und Gewerbe im herkömmlichen Sinn jedenfalls nicht. Also beschloss der Pößnecker Stadtrat 2008 und 2009: Widmen wir diese Häuser der Pößnecker Stadtgeschichte, erfinden wir unser Museum noch einmal neu und verknüpfen dies mit dem Informationspunkt für Gäste der Stadt.

Geld, Geld, Geld

Es war ein zähes Ringen um das nötige Geld. Die bauliche Sanierung glückte v.a. dank Fördermitteln der europäischen Union (EFRE-Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) neben Bundes- und Landesmitteln aus der Städtebauförderung. Für die Förderung der museal-konzeptionellen Realisierung danken wir insbesondere dem Freistaat Thüringen. Insgesamt flossen rund 6,15 Mio Euro, davon ca. 1,1 Mio Euro städtische Eigenmittel, in die grundlegende bauliche Sanierung, die Stadtmauerinstandsetzung, die Bau- und museale Gestaltungsplanung, die allgemeine und museale Ausstattung.

Ja, mach nur einen Plan

…und mach dann noch ‘nen zweiten Plan… Ursprünglich sollte die bauliche Hülle im Frühjahr 2013 in neuer Schönheit strahlen. Dann aber: Statische Überraschungen, fehlende Auflager in historischen Balkendecken, bauliche Notwendigkeiten in der Abfolge bei rund 40 beteiligten Baugewerken. Im Februar 2015 war der bauliche Stand so weit, dass verlässliche Grundlagen für die Realisierung der musealen Konzeption geschaffen waren und die Stadtinformation bei noch laufenden Restbauarbeiten einziehen konnte.

Thüringentag und feierliche Eröffnung

Boten bereits einige Anlässe seit 2012 die Chance, das interessante Gebäudeensemble während der Bauzeit in Augenschein zu nehmen, wurden die Besucher des 2015 in Pößneck gefeierten Thüringentages eingeladen, am Festwochenende mit einem „Ersten Blick“ hautnah das Entstehen des Museum642 mitzuerleben. Dann schlossen sich die Türen wieder, um am 27. November 2015 endgültig den Weg freizugeben: Das Museum642 – Pößnecker Stadtgeschichte öffnet seine Pforten.