Sonderausstellung

30.11.2019 bis 19.04.2020

Der Maler und Grafiker Willy Müller-Gera (1887-1981).
Zwischen Landschaftsmalerei, Comiczeichnungen und Werbegrafik.

Willy Müller-Gera hat in seiner beruflichen Laufbahn als Grafiker in der Werbung und privat als Maler und Zeichner ein umfangreiches und vielschichtiges Werk hinterlassen. In der Ausstellung steht seine Pößnecker Zeit mit seinen Tätigkeiten als Werbegrafiker (1920er bis 1930er Jahre) im Fokus. Zunächst arbeitete er als angestellter Leiter des grafischen Ateliers für den Vogel-Verlag in Pößneck und legte die Basis für die grafisch und künstlerisch anspruchsvollen Titelblätter der sehr erfolgreichen Offertenblätter und Fachzeitschriften aus dem Verlagsprogramm. Mit seiner selbstständigen Niederlassung im eigenen Grafik-Atelier in Pößneck schuf er auch für andere Firmen, wie die Pößnecker Rosenbrauerei, ganz charakteristische Werbegrafiken. Zudem zeigt die Ausstellung einen Überblick neben seiner beruflichen Arbeiten hinaus entstandenen Gemälde, Zeichnungen, Lithografien, aber auch zwei Unikate von unveröffentlichten Comics aus dem Nachlass Willy Müller-Geras, der in großem Umfang exklusiv für diese Ausstellung von den Erben zur Verfügung gestellt wird. Damit wird dieser für die Region wichtige Grafiker und vielseitige Künstler durch diese besondere Werkschau gewürdigt. Zur Ausstellung ist ein begleitender Katalog erschienen, der im Museumsshop / Stadtinformation zu erhalten ist.

Willy Müller-Gera (bürgerlich Wilhelm Paul Müller; * 17. September 1887 in Gera; † 28. Dezember 1981 in Rödental) besuchte das Realgymnasium in Gera und die Kunstschule in Weimar. Von seinem Vater, einem bekannten Lithograph in Gera, erhielt er seine erste handwerkliche Ausbildung. 1907 ging er nach München, um in den Malklassen von Franz von Stuck und Peter Halm zu studieren. Nach Studienabschluss arbeitete er ab 1913 bis 1915 als graphischer Gestalter in einer Lübecker Großdruckerei und anschließend in der väterlichen lithographischen Anstalt in Gera bis er als Soldat in den I. WK eingezogen wurde. Für die Leipziger Illustrierte Zeitung wurde er zum zeichnenden Kriegsberichterstatter.
Nach dem Krieg arbeitete er vier Jahre als Graphiker bei den Hansa-Werkstätten in Hamburg, bis er 1923 zum Leiter des graphischen Ateliers des Vogel-Verlages in Pößneck wurde. Ab 1933 bis er in den Soldatendienst im II. WK eingezogen wurde, etablierte er in Pößneck sein selbstständiges Grafik-Atelier und übernahm verschiedenen Auftragsarbeiten vornehmlich in der Werbegrafik.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit entstanden Zeichnungen, Radierungen und Aquarelle und zahlreiche Illustrationen zu Büchern, Spielen und Zeitschriften. Nach 1945 ließ er sich in Coburg als freischaffender Illustrator nieder. Es entstanden u. a. Wandgemälde an öffentlichen Gebäuden, Werbeprospekte für Industriefirmen und Gebrauchsgraphiken für Holz und Porzellan.

 

Porträt Willy Müller-Gera, Foto Klaus W. Müller.

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