18.05.2019 bis 10.11.2019

Doppelausstellung

Undogmatisch modern – Tessenow-Bauten in Pößneck

Stadt erinnert vom 18. Mai bis 10. November an den Reformarchitekten

Werteorientiert und mit einer provozierenden Einfachheit – so könnte man den Architekturstil Heinrich Tessenows (1876–1950) beschreiben. Vom 18. Mai bis 10. November dieses Jahres erinnert die Stadt Pößneck anlässlich von 100 Jahren Bauhaus an den Reformarchitekten. Denn in Pößneck finden sich die umfangreichsten gebauten Zeugnisse Tessenows, der sich insbesondere auch dem Kleinwohnungsbau zuwandte.
Sonderausstellung im Museum642
Unter dem Titel „Handwerk und Kleinstadt. Architektur der Moderne in Pößneck 1920 bis 1923“ widmet sich eine Sonderausstellung im Museum642 – Pößnecker Stadtgeschichte dem Wirken des Architekten. Pößneck kam dem Ideal der Kleinstadt nahe, in der Tessenow gegenüber dem Dorf und der Großstadt die größte soziale Stabilität, eine solide wirtschaftliche Basis mit dem Anspruch an Kultur und Bildung verbunden sah. Die dokumentarische Ausstellung stellt Personen und Pößnecker Projekte vor und ordnet sie in wichtige Leitlinien des Werks Tessenows ein, wie das Festspielhaus der Gartenstadt Hellerau bei Dresden oder die Umgestaltung der Schinkelschen Neuen Wache in Berlin.
Geöffnet hat die Sonderausstellung zu den Museumsöffnungszeiten: Montag, Dienstag, Freitag, Samstag von 11 bis 16 Uhr, Donnerstag von 11 bis 18 Uhr sowie Sonntag von 13 bis 17 Uhr.

 

Schauwohnung Tessenow – Wohnkultur um 1920

Für Pößneck sind über 80 Gebäudeentwürfe Heinrich Tessenows vom Beginn der 1920er Jahre überliefert. 75 dieser Gebäude wurden realisiert, 74 davon sind noch vorhanden, verteilt auf drei Siedlungen und verschiedene Einzelbauten. Eines dieser Objekte kann nun temporär als Schauwohnung besichtigt werden: In der Neustädter Straße 101 wird der Besucher in die Wohnkultur um 1920 zurückversetzt.
Die Entdeckung der originalen, reichhaltig gestalteten und farbintensiven Wandfassungen im Haus im Frühjahr 2017 war eine große Überraschung sowie ein über Thüringen hinaus seltener und neuartiger Befund in einem bescheidenen Wohngebäude aus der Krisenzeit der 1920er Jahre. Das Ausstellungskonzept wurde als Abschlussarbeit an der Fachhochschule für Innenarchitektur in Lugano in der Schweiz geplant. Im Mittelpunkt steht dabei die Vermittlung der restaurierten Wohnung, in der sowohl originale Tessenow-Möbel als auch Möbel-Rekonstruktionen gezeigt werden. Die Schauwohnung kann jeweils Samstag und Sonntag von 13 bis 16 Uhr besichtigt werden.

 

Weitere Informationen: Flyer Tessenow-Doppelausstellung in Pößneck

 


Die Schauwohnung zeigt u.a. originale Tessenow-Möbel, Foto: Elia Schneider.

Themenroute

Auch nach Ausstellungsende lässt sich Tessenow in Pößneck entdecken. Die Themenroute „Architektur der Moderne – Heinrich Tessenow in Pößneck“ lädt zum eigenen Erkunden ein: Wo haben sich Absichten und Handschrift des Architekten sichtbar erhalten? Wo und in welchem Ausmaß sind nutzungsbedingte Veränderungen deutlich? Und wer lieber mit fachkundiger Begleitung unterwegs sein möchte, dem sei die thematische Stadtführung zu Heinrich Tessenow empfohlen, buchbar über die Stadtinformation Pößneck.

 

 

 

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