Die fleißigen Pößnecker Museumsbienen

In Pößneck wurden seit dem Mittelalter Bienen gehalten, um Honig und das kostbare Wachs zu gewinnen. Der sprichwörtliche Fleiß der Bienen kommt seit Jahrtausenden den Menschen aber nicht nur mit Honig und Wachs zu Gute. Vielmehr leisten sie durch das Bestäuben der Pflanzenblüten einen grundlegenden Beitrag für Natur, Nahrungsmittel- und Pflanzenrohstoff-Gewinnung.

Um 1 kg Honig zu erzeugen, fliegt eine Biene rechnerisch siebenmal um die Erde und bestäubt dabei ca.3-5 Millionen Blüten. Jahrtausende lang war Honig das einzige bekannte Süßungsmittel der Welt, Bienenwachskerzen boten vor der Erfindung elektrischer Beleuchtung oft die einzige künstliche Lichtquelle.

Bienen gehören zur Pößnecker Stadtgeschichte – und deshalb seit März 2016 auch zum Garten des Museum642. Hier können Sie die fleißigen Sammlerinnen beobachten und mit etwas Glück auch Museumsimker Hartmut Jacob treffen für einen Blick hinein in die Bienenbeute.

Den leckeren Honig der Museumsbienen gibt es in unserem Museumsshop.

19. November 2015

Bienen am Museum

Mittlerweile ist es schon länger als ein halbes Jahr her, dass Bienen im Garten des Pößnecker Stadtmuseum und einfliegen aus der Beute vom Fußweg aus, der unmittelbar am Zaun des Museumsgarten vorbei führt. Eine große Scheibe, die am Zaun angebracht ist, schützt die Betrachter vor direkten Kontakt mit den Bienen. Die Tiere fliegen aus ihrer Beute heraus und erheben sich über die Scheibe oder fliegen seitlich nach oben. So ist die Aufstellung der Bienenbeuten gelungen, es konnte erreicht werden, dass die Bienen nicht stören und die Bienen nicht gestört werden. Besucher des Museums haben im Garten freien Zugang zu den Bienenkästen. Ein Warnschild mit der Aufschrift „Vorsicht Bienen“ ist an einem der beiden Beuten deutlich lesbar angebracht.
Ich möchte mich an dieser Stelle für den verständnisvollen Umgang der Besucher mit den Bienen bedanken. Ich hoffe dass dies auch in Zukunft weiterhin so bleibt. In unmittelbarer Nähe der Bienen befindet sich auch das Pößnecker Gymnasium. Viele Kinder sind demzufolge potentiell mit den Bienen in Kontakt. In Abstimmung mit der Schulleitung informierte ich über einen Aushang an der Informationstafel über den richtigen Umgang mit Insekten. Im Juni entwickelten sich die beiden Völker stabil. Ein Volk entwickelte sich sogar so gut, dass es am 14. Juni schwärmte. Ich wurde von Anwohnern über den Schwarm informiert. Eine der großen Linden in der Oberen Grabenstraße suchte sich der Schwarm als ersten Sammelplatz aus. Trotz dass er hoch hing war er auf Grund seiner Größe deutlich zu erkennen. Ein Einfangen war wegen der Höhe leider nicht möglich. So zog der Schwarm einige Tage später weiter, vielleicht konnte er dann von einem anderen Imker eingefangen werden. Die Linden in der Oberen Grabenstraße blühten und die verbliebenen Bienen sammelten fleißig den Nektar davon ein. Dieser wird nun, nachdem er geschleudert und abgefüllt wurde, im Stadtmuseum zum Verkauf angeboten.

20. März 2016

Zwei Bienenvölker für den Museumsgarten

Die Bienen benötigen einen Platz, an dem sie niemanden stören und selbst nicht gestört werden. Nach diesen
Anforderungen suchten wir den künftigen Standplatz für die Bienenbeuten aus. Pünktlich zum Frühlingsbeginn
2016 sind zwei Bienenvölker in den neu angelegten Garten am Museum642 eingezogen. Die Temperaturen
waren an diesem Tag recht frisch, die Bienen blieben in ihrer Behausung. Eine Woche später, am Ostersonntag,
herrschte am Flugloch reges Treiben. Die Bienen kehrten von ihrem Flug mit reichlich Pollen an ihren
Beinen zurück, um ihren Nachwuchs mit diesem eiweißhaltigen Blütenstaub zu versorgen.

23. Februar 2018

Was machen Bienen im Winter?

Diese Frage wird uns Imkern immer wieder gestellt und wir beantworten sie gerne.

Wir Menschen verkriechen uns im Winter vorzugsweise in der warmen Wohnung. Doch wie machen es die Honigbienen überhaupt? Schließlich finden sie in der Winterlandschaft keine Nahrung. Die meisten Leute vermuten, dass Bienen Winterschlaf halten. Das ist jedoch falsch. Einen Winterschlaf gibt es bei den Bienen nicht, allenfalls eine Winterruhe. Die intelligenten Nutztiere haben ihre ganz eigenen Überwinterungsstrategien entwickelt, z. B. das Warmzittern.

Was bei Menschen unter dem Begriff „Gruppenkuscheln“ bekannt ist, ist für die Bienen im Winter eine Überlebensstrategie. Oberflächlich betrachtet könnte der Eindruck entstehen, sie lägen auf der faulen Haut und ruhten sich auf den Lorbeeren ihrer Vorgänger, den Sommerbienen, aus. Ein Blick in die Behausung der Bienen verrät, dass dies ein Trugschluss ist. Das gesamte Volk rückt zu einem Haufen zusammen und bildet die sogenannte Wintertraube. Im Unterschied zu anderen Insekten gibt es bei Bienen viel Bewegung. Sie zittern so stark mit den Muskeln, dass ganz viel Wärme entsteht.

Mitten in der Wintertraube sitzt die Königin. Sie hat jetzt nichts zu tun, denn das Brutgeschäft ruht im Winter. Für das Bienenvolk ist es überlebenswichtig, dass es ihr gut geht. Nur sie kann Eier legen und damit die Grundlage schaffen, dass junge Arbeiterbienen und Drohnen für das Bienenvolk entstehen.

Selbst zweistellige Minusgrade im Außenbereich können dem Volk nichts anhaben. Denn die Bienen tauschen ihre Positionen innerhalb der Wintertraube kontinuierlich. Alle Individuen werden damit gleichmäßig warm gehalten. Bei dieser Prozedur „verheizen“ die Bienen ihre Honigvorräte im wahrsten Sinne des Wortes, schließlich müssen sie essen, um ihren Energiebedarf zu decken. Gleichzeitig wird erst durch das Wärmen des Bienenstocks der durch die Außenkälte zäh gewordene Honig wieder flüssig. Nur in diesem Zustand kann dieser von den Bienen über ihren Rüssel aufgenommen werden. Das gegenseitige Wärmen sowie das Wärmen des Bienenstocks haben also eine zentrale Bedeutung für das Überleben der Bienen im Winter.

Bienen in der kalten Jahreszeit außerhalb ihres Stockes anzutreffen, ist also sehr unwahrscheinlich. Jedoch kann man ihnen mit viel Glück, allerdings nur an Wintertagen mit Temperaturen über 10 Grad Celsius, bei ihrem sogenannten Reinigungsflug begegnen. Dabei entsorgen sie ihre Exkremente, die sich in ihrer Kotblase während der wochen- oder monatelangen Winterruhe angesammelt haben. Da Bienen im Bienenstock wegen der Gefahr von Krankheitserregern nicht koten, ist der Reinigungsflug die einzige Möglichkeit der Entleerung.

Viele Grüße an alle Museumsbesucher und bienenbetrachende Zaungäste
Hartmut Jacob