Die Sammlung: Grundlagen, Bestand, Zukunft

Im Museum642 sind viele Objekte in die Dauerausstellung integriert, andere werden temporär in Sonderausstellungen präsentiert oder in Depots verwahrt, die allerdings nur begrenzt zur Verfügung stehen. Die Museumssammlung wird laufend erweitert, um wichtige Objekte aus dem historischen Erbe für die Stadt zu sichern. Dies muss jedoch qualifiziert und nach den Vorgaben des Sammlungskonzepts geschehen.  

Grundlagen

Für die Sammlungstätigkeiten des Museum642 gelten die Grundsätze, die in den Ethischen Richtlinien für Museen des Internationalen Museumsrates ICOM (International Council of Museums) festgelegt sind.

Sammlungsgeschichte

Bezogen auf die Dokumentation der Stadtgeschichte Pößnecks weist die Sammlung des Museum642 - Pößnecker Stadtgeschichte derzeit quantitative und qualitative Lücken auf. Sie sind durch die Geschichte des Pößnecker Museums zu erklären: Der Gründungsbestand des 1902 eröffneten Museums wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombentreffer im Museumsgebäude (Marienstraße) zerstört. Die bestehende Sammlung des Museum642 - Pößnecker Stadtgeschichte entstand zum überwiegenden Teil nach der Wiedergründung des Pößnecker Stadtmuseums im Jahr 1998 und begleitend zur Entstehung des Museum642. Durch Aufrufe in der Bevölkerung konnten Objekte, die mit der Geschichte der Stadt verbunden waren, Kunstwerke lokaler Künstlerinnen und Künstler, sowie Alltagsgegenstände eingeworben werben.

Sammlungsbereiche

Die Sammlung des Museums umfasst Objekte aus den Bereichen:
  • - Vor- und Frühgeschichtliche Funde aus dem erweiterten Stadtgebiet Pößnecks
  • - Mittelalterliche Stadtgeschichte
  • - Geschichte des Rathauses
  • - Zunft und Handwerk
  • - Handel und Industrialisierung/ Pößnecker Firmen
  • - Vereinswesen
  • - Porzellan / Keramik
  • - Werke von aus Pößneck stammenden bzw. in Pößneck ansässigen Künstlerinnen und Künstlern
  • - Stadtansichten
  • - Alltags- und Wohnkultur des 19. und vorwiegend 20. Jahrhunderts
  • - Goethe und Pößneck
Die folgenden Bereiche der stadtgeschichtlichen Sammlung sollen insbesondere ergänzt und vervollständigt werden.
  • - (Sozial-)Geschichte der Industrialisierung
  • - Pößneck im Nationalsozialismus
  • - Pößneck während der DDR-Zeit
  • - Pößneck aktuell

Sammlungsschwerpunkte

Das Museum Pößneck sammelt, bewahrt, erforscht und präsentiert Sachzeugnisse der Geschichte der Stadt Pößneck bis in die jüngste Vergangenheit. Die Museumssammlung dokumentiert die Geschichte Pößnecks und die seiner Bewohnerinnen und Bewohner durch Sachzeugnisse. Da dies mit der bestehende Sammlung für viele Zeitabschnitte nicht ausreichend möglich ist, gilt: Das Museum Pößneck sammelt: - Objekte, die eindeutig mit der Stadt Pößneck bzw. dem Gebiet der heutigen Stadt verbunden sind (ohne zeitliche Einschränkung) - ausschließlich Objekte, die dokumentierbar sind (Herkunft, Datierung, Vorbesitzer, Nutzungszusammenhang, usw.) - Objekte, die für eine Epoche der Stadtgeschichte stehen In der Regel sammelt das Museum dreidimensionale Sachzeugnisse zur Stadtgeschichte, das Stadtarchiv Pößneck dagegen archivalische Quellen, d.h. Schriftgut, Fotos und Filmdokumente. Das Museum erweitert seine Sammlungen daher in Absprache und enger Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv, besonders aber, wenn in angebotenen Konvoluten (z.B. zur Geschichte einer Firma), sowohl Sachgüter als auch Archivalien enthalten sind. Die beiden Einrichtungen einigen sich über den Verbleib der Dokumente. Das Museum ist bemüht, die bestehende Sammlung zu qualifizieren, seine Bestände bezogen auf die Dokumentation aller stadthistorischen Epochen auszubauen und die bestehenden Lücken zu schließen. Abgeschlossene Sammlungsbereiche In folgenden Sammlungsbereichen bestehen bereits umfangreiche Objektbestände. Sie werden künftig nur dann ergänzt, wenn das Museum fehlende oder gleiche Objekte besserer Qualität (Dokumentation und Erhaltungszustand) erhalten kann:
  • Porzellan und Keramik
Das Museum besitzt einen umfangreichen und interessanten Bestand an Porzellan aus Pößnecker Fabrikation (Conta & Böhme), außerdem einige typische Keramiken aus der Werkstatt des Bauhaus-Keramikers Otto Lindig. Der Bestand soll im Hinblick auf die knappen Depotflächen des Museum642 nur durch bedeutende (Seltenheit, Erhaltungszustand) Stücke oder Stücke, die ein vergleichbares, aber stark beschädigtes Objekt in der Sammlung ersetzen, ergänzt werden.
  • Bestand Franz Huth
Zu den Beständen des Museums gehören Arbeiten des 1876 in Pößneck geborenen Malers Franz Huth (Interieurs, Stillleben, Stadtansichten). Mit Blick auf die knappen Depotflächen und die stadthistorische Ausrichtung des Museums soll der Bestand nicht mehr erweitert werden. Ausnahme sind bisher nicht vorhandene Pößneck-Ansichten des Künstlers, sowie Arbeiten, die eine besondere Hintergrundgeschichte haben (Vorbesitzer, Entstehung). Werden diese dem Museum angeboten, sollte eine dauerhafte Aufnahme in die Museumssammlung angestrebt werden.
  • Allgemeine Alltagsgeschichte des 20. und 21. Jahrhundert
Objekte, die allgemein die Alltagsgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts dokumentieren und keinen erkennbaren Bezug zur Stadtgeschichte haben, werden in der Regel nicht angenommen.